Ekzem und Bettwäsche: Welche Stoffe reizen die Haut und welche können helfen?
Wenn Sie morgens mit juckender, geröteter oder gereizter Haut aufwachen, lohnt es sich, nicht nur auf die verwendeten Hautpflegeprodukte oder die Raumtemperatur zu achten, sondern auch auf Ihre Bettwäsche. Schließlich kommt die Haut jede Nacht viele Stunden lang mit dem Bettlaken, dem Kissenbezug und dem Bettbezug in Kontakt.
Für Menschen mit Ekzemen oder besonders empfindlicher Haut ist nicht nur wichtig, aus welcher Faser die Bettwäsche hergestellt ist, sondern auch, wie weich ihre Oberfläche ist, wie atmungsaktiv sie ist, wie gut sie Feuchtigkeit aufnimmt und mit welchen Mitteln sie gewaschen wird.
Warum kann Bettwäsche Ekzeme beeinflussen?
Ein Ekzem, auch atopische Dermatitis genannt, ist eine Erkrankung, bei der die Schutzfunktion der Hautbarriere beeinträchtigt ist. Dadurch verliert die Haut leichter Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf verschiedene Reizstoffe.
Beschwerden können verstärkt werden durch:
- Reibung durch raue Stoffe;
- Überhitzung und Schwitzen;
- Wolle oder andere raue Fasern;
- Duft- und Farbstoffe in Waschmitteln;
- bestimmte Substanzen, die bei der Textilveredelung verwendet werden.
Überhitzung und Schwitzen gehören zu den häufigen Faktoren, die Ekzemsymptome verstärken können. Deshalb ist es besonders wichtig, beim Schlafen nicht zu überhitzen.
Was kann empfindliche Haut an Bettwäsche reizen?
Raue Stoffoberflächen
Bei empfindlicher Haut spielt nicht nur die Materialzusammensetzung eine Rolle. Selbst eine Naturfaser kann unangenehm sein, wenn der Stoff rau ist oder stark an der Haut reibt.
Beim Kauf von Bettwäsche lohnt es sich daher, nicht nur die Zusammensetzung auf dem Etikett zu prüfen, sondern den Stoff auch anzufassen. Er sollte sich angenehm, glatt und nicht zu rau anfühlen.
Überhitzung und Schwitzen
Wenn Bettwäsche, Bettdecke oder mehrere Schichten von Betttextilien zu viel Wärme speichern, kann man nachts stärker schwitzen. Schweiß kann empfindliche Haut zusätzlich reizen und den Juckreiz verstärken.
Menschen, deren Ekzem sich durch Wärme verschlimmert, sollten daher leichte und atmungsaktive Bettwäsche wählen und eine zu warme Schlafumgebung vermeiden.
Wolle direkt auf der Haut
Wolle ist eine Naturfaser, doch das bedeutet nicht, dass sie immer für empfindliche Haut geeignet ist. Gröbere Wolle kann Juckreiz und mechanische Reizungen verursachen. Daher empfehlen Dermatologen, direkten Kontakt von Wolle mit von Ekzemen betroffener Haut zu vermeiden.
Synthetische Stoffe
Nicht alle synthetischen Stoffe sind gleich. Manche sehr weichen Mikrofaserstoffe können sich angenehm auf der Haut anfühlen, während bestimmte synthetische Fasern wie Polyester bei manchen Menschen die Haut reizen oder eine Überhitzung begünstigen können.
Bei Ekzemen ist es deshalb wichtiger, die individuelle Reaktion der Haut zu beobachten und einen Stoff zu wählen, der weich ist und nicht zur Überhitzung führt. Die American Academy of Dermatology empfiehlt für empfindliche und zu Ekzemen neigende Haut häufig weiche Bettwäsche aus 100 % Baumwolle und rät dazu, Wolle sowie bestimmte synthetische Fasern zu vermeiden.
Textilfarben und chemische Ausrüstung
Manchmal liegt das Problem nicht an der Faser selbst, sondern an ihrer Verarbeitung. Textilfarben, Formaldehydharze und andere bei der Veredelung eingesetzte Substanzen können bei empfindlichen Menschen eine Kontaktdermatitis auslösen.
Aus diesem Grund empfiehlt es sich, neue Bettwäsche vor dem ersten Gebrauch zu waschen.
Welche Bettwäsche eignet sich normalerweise für empfindliche Haut?
100 % Baumwolle
Baumwolle gehört zu den am häufigsten empfohlenen Materialien für Menschen mit Ekzemen. Sie ist in der Regel weich, nimmt Schweiß gut auf und hilft dabei, eine Überhitzung der Haut zu vermeiden.
Auch die Qualität des Stoffes spielt eine wichtige Rolle. Gut verarbeitete, glatte Baumwollbettwäsche kann für empfindliche Haut deutlich angenehmer sein als ein rauer Stoff von geringerer Qualität.
Bei besonders empfindlicher Haut empfiehlt es sich, 100 % Baumwolle zu wählen und sehr raue Oberflächen zu vermeiden.
Im Sortiment von SAVAS Home finden Sie Bettwäsche aus verschiedenen Stoffen – von 100 % Baumwolle und Musselin bis hin zu weichem Satin. So lässt sich leichter eine Variante auswählen, die zur Empfindlichkeit Ihrer Haut und zu Ihrem persönlichen Schlafkomfort passt.
Musselin
Musselin wird meist aus Baumwolle hergestellt und zeichnet sich durch eine leichte, luftige Struktur aus. Deshalb kann er eine gute Wahl für Menschen sein, denen nachts schnell zu warm wird.
Zu seinen Vorteilen gehören sein geringes Gewicht und die gute Luftzirkulation. Wie bei jedem anderen Stoff sollte jedoch darauf geachtet werden, dass sich die Oberfläche für die jeweilige Person angenehm anfühlt.
Bambusviskose
Bettwäsche, die häufig als „Bambusbettwäsche“ bezeichnet wird, besteht in der Regel aus Viskose, deren Rohstoff aus Bambus gewonnen wird. Ein solcher Stoff kann sehr weich und glatt sein und Feuchtigkeit gut aufnehmen.
Die National Eczema Society nennt Bambus unter den Stoffen, die aufgrund ihrer Weichheit und temperaturregulierenden Eigenschaften für manche Menschen angenehm sein können.
Bambusbettwäsche sollte jedoch nicht als Behandlung gegen Ekzeme angesehen werden. Entscheidend sind die individuelle Reaktion der Haut und die Qualität des jeweiligen Produkts.
Seide
Seide besitzt eine sehr glatte Oberfläche, wodurch weniger mechanische Reibung zwischen Haut und Stoff entsteht. Dies kann für besonders empfindliche oder gereizte Haut von Vorteil sein.
Seide wird ebenfalls als eine mögliche weiche Stoffwahl für Menschen mit Ekzemen genannt.
Sie sollte jedoch nicht als Behandlung gegen Ekzeme bezeichnet werden, und es lässt sich nicht behaupten, dass sie für jeden Menschen geeignet ist.
Wie sieht es mit Mikrofaser-Bettwäsche aus?
Mikrofaser sollte nicht automatisch als schlechte Wahl angesehen werden, nur weil es sich um ein synthetisches Material handelt. Hochwertige Mikrofaser kann eine sehr glatte und weiche Oberfläche besitzen und sich deshalb für manche Menschen angenehm auf der Haut anfühlen.
Bei Ekzemen sollte jedoch besonders auf die Temperaturregulierung geachtet werden. Wenn Ihnen unter Mikrofaser-Bettwäsche schnell warm wird oder Sie stärker schwitzen, kann Baumwolle oder ein anderer atmungsaktiver Stoff die bessere Wahl sein.
Das wichtigste Kriterium ist, wie Ihre Haut auf den jeweiligen Stoff reagiert.
Wie sollte Bettwäsche bei empfindlicher Haut gepflegt werden?
Selbst ein gut ausgewählter Stoff kann die Haut reizen, wenn die Bettwäsche mit ungeeigneten Produkten gewaschen wird.
Waschen Sie neue Bettwäsche vor dem ersten Gebrauch. Dadurch können einige Rückstände entfernt werden, die während der Herstellung, Verpackung, Färbung oder Veredelung auf dem Stoff verblieben sind.
Wählen Sie Waschmittel ohne Duft- und Farbstoffe. Dermatologen empfehlen solche Waschmittel häufig für zu Ekzemen neigende Haut.
Überladen Sie die Waschmaschine nicht und verwenden Sie die richtige Menge Waschmittel. Waschmittelrückstände auf dem Stoff können zu einer zusätzlichen Reizquelle werden.
Gehen Sie vorsichtig mit Weichspülern um. Wenn Sie Weichspüler verwenden, sind parfümfreie Produkte für empfindliche Haut meist die bessere Wahl.
Waschen Sie Ihre Bettwäsche regelmäßig. Bei einer Empfindlichkeit gegenüber Hausstaubmilben können regelmäßiges Waschen der Bettwäsche sowie allergendichte Matratzen- und Kissenbezüge dazu beitragen, ihre Menge in der Schlafumgebung zu reduzieren.
Beachten Sie immer auch die Pflegehinweise des Produkts – nicht jeder Stoff darf bei hohen Temperaturen gewaschen werden.
Welche Bettwäsche sollte man bei Ekzemen wählen?
Es gibt keinen Stoff, der für jeden Menschen mit Ekzem gleichermaßen ideal geeignet ist. Beim Kauf von Bettwäsche lohnt es sich jedoch, auf folgende Eigenschaften zu achten:
- eine weiche und glatte Oberfläche;
- gute Atmungsaktivität;
- gute Feuchtigkeitsaufnahme;
- einen Stoff, unter dem Sie nicht überhitzen;
- möglichst wenige hautreizende Wasch- und Veredelungsstoffe.
100 % Baumwolle ist häufig eine der sichersten Optionen für den Anfang, während Bambusviskose, Musselin oder Seide ebenfalls angenehm sein können, sofern sie bei der jeweiligen Person keine Reizungen verursachen.
Am wichtigsten ist es, die eigene Haut zu beobachten. Wenn nach einem Wechsel der Bettwäsche stärkerer Juckreiz, Rötungen oder Ausschlag auftreten, empfiehlt es sich, die betreffende Bettwäsche eine Zeit lang nicht zu verwenden und zu beobachten, ob die Beschwerden nachlassen.
Zusammenfassung
Bei Ekzemen ist nicht nur entscheidend, aus welchem Material die Bettwäsche besteht. Auch die Weichheit des Stoffes, Reibung, Temperatur, Schwitzen, Textilveredelung und Waschmittel spielen eine wichtige Rolle.
Baumwolle wird häufig als eine der vielseitigsten Optionen für empfindliche Haut empfohlen. Raue Wolle, Bettwäsche, die eine Überhitzung begünstigt, stark parfümierte Waschmittel oder bestimmte bei der Textilveredelung verwendete Substanzen können dagegen das Risiko von Hautreizungen erhöhen.
Bettwäsche kann ein Ekzem nicht heilen. Richtig ausgewählte und gepflegte Schlaftextilien können jedoch dazu beitragen, nachts eine angenehmere Umgebung für empfindliche Haut zu schaffen.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. Wenn ein Hautausschlag nicht abklingt, sich verschlimmert oder Sie ein Ekzem beziehungsweise eine Kontaktallergie vermuten, wenden Sie sich an medizinisches Fachpersonal.
