Warum werden Deutsche im Herbst so häufig krank – und liegt es wirklich nur an der Jahreszeit?
September. Die Kinder kehren in die Schulen zurück, die Kolleginnen und Kollegen in die Büros, und bereits wenige Wochen später wird überall gehustet und geniest und über Halsschmerzen geklagt. Jedes Jahr wiederholt sich das gleiche Bild.
Viele bezeichnen das als „Saisonalität“, als wäre der Herbst selbst die Ursache. Die Wissenschaft betrachtet die Situation jedoch differenzierter.
Sind Viren im Herbst tatsächlich aktiver?
Teilweise ja. Einige Viren – insbesondere Rhinoviren, die für einen Großteil der Erkältungen verantwortlich sind – überleben und verbreiten sich in einer kälteren und trockeneren Umgebung effektiver. Auch die Grippe folgt einem saisonalen Muster. Das erklärt jedoch nur einen Teil des Gesamtbildes.
Wichtiger ist eine andere Frage: Warum fällt es unserem Immunsystem gerade im Herbst schwerer, mit diesen Viren fertigzuwerden? Die Antwort liegt nicht nur in der Aktivität der Viren, sondern auch in den Veränderungen des menschlichen Körpers während der Übergangszeit.
Sechs tatsächliche Gründe, warum Deutsche im Herbst häufiger krank werden
1. Sinkender Vitamin-D-Spiegel
Dies ist wahrscheinlich einer der wichtigsten und am besten dokumentierten Gründe. Im Sommer kann der Körper mithilfe des Sonnenlichts Vitamin D über die Haut bilden. Im September wird der Einfallswinkel der Sonne geringer, wodurch die Vitamin-D-Synthese in der Haut deutlich weniger effektiv wird.
Vitamin D ist nicht nur ein „Knochenvitamin“. Es ist auch an der Regulierung von Zellen des Immunsystems beteiligt, darunter T-Lymphozyten und Makrophagen. Sinkt der Vitamin-D-Spiegel, kann die Fähigkeit des Immunsystems beeinträchtigt werden, Viren zu erkennen und zu neutralisieren.
Ein Vitamin-D-Mangel ist in Deutschland im Herbst und Winter weitverbreitet. Davon können auch Menschen betroffen sein, die im Sommer viel Zeit im Freien verbracht haben.
2. Veränderungen des Schlafs und Störungen des zirkadianen Rhythmus
Im September werden die Tage kürzer. Das klingt zunächst nach einer unbedeutenden Tatsache, stellt biologisch jedoch eine Belastung für den Körper dar.
Der zirkadiane Rhythmus – unsere innere biologische Uhr – wird hauptsächlich durch Licht synchronisiert. Wenn die Menge an Tageslicht plötzlich abnimmt, muss sich der Körper anpassen. Dieser Prozess kann mehrere Wochen dauern.
Während dieser Zeit kann der Schlaf weniger tief werden, die Aufwachzeit stimmt möglicherweise nicht mehr mit dem biologischen Morgen überein und die Melatoninproduktion kann sich verändern. Schlaf ist jedoch einer der wichtigsten Regulatoren des Immunsystems. Während der Tiefschlafphasen produziert der Körper unter anderem Zytokine, die bei der Bekämpfung von Infektionen eine Rolle spielen.
Menschen, die nur etwa sechs Stunden schlafen, können deutlich anfälliger für Erkältungen sein als Menschen, die sieben bis acht Stunden schlafen.
Deshalb ist die Schlafumgebung im Herbst nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Gesundheit. Atmungsaktive Bettwäsche aus natürlichen Materialien wie Perkal, Tencel oder Baumwolle unterstützt den Körper dabei, während der Nacht eine angenehme Temperatur aufrechtzuerhalten und schafft bessere Voraussetzungen für einen ungestörten Schlaf. Solche Bettwäsche finden Sie in der SAVAS Home Kollektion.
3. Die Rückkehr der Kinder in die Schule – ein effektives Verbreitungsnetz für Viren
Viele Eltern kennen dieses Phänomen aus eigener Erfahrung. Schulen und Kindergärten sind Orte, an denen sich Infektionen besonders effektiv verbreiten können.
Hunderte Kinder halten sich gemeinsam in geschlossenen Räumen auf, berühren zahlreiche Oberflächen und bringen Viren anschließend mit nach Hause zu Eltern, Großeltern und Geschwistern.
Der September ist daher nicht nur der Beginn des neuen Schuljahres. Er kann auch den Beginn einer Infektionswelle markieren, die sich innerhalb von zwei bis drei Wochen von Schulen und Kindergärten auf Arbeitsplätze und Haushalte ausbreitet.
4. Mehr Zeit in geschlossenen Räumen
Im Sommer verbringen wir viel Zeit im Freien. Im Herbst kehren wir in Büros, Schulen, Geschäfte, öffentliche Verkehrsmittel und andere geschlossene Räume zurück.
Ein voller und schlecht belüfteter Raum bietet günstige Bedingungen für die Verbreitung von Viren. Aerosole können länger in der Luft bleiben, die Zahl enger Kontakte steigt und die Belüftung ist nicht immer ausreichend.
Auch in Deutschland sind nicht alle Schulen, Büros und Wohngebäude optimal belüftet. Die COVID-19-Pandemie hat stärker auf dieses Problem aufmerksam gemacht, es jedoch nicht überall dauerhaft gelöst.
5. Stress und die Unterdrückung des Immunsystems
Der September ist für viele Deutsche eine besonders stressige Zeit. Die Kinder kehren in die Schule zurück, die Arbeitsbelastung steigt nach der Urlaubszeit, Termine rücken näher und die Tage werden kürzer.
Chronischer Stress kann die Funktion des Immunsystems unter anderem über den Cortisolmechanismus beeinträchtigen. Cortisol ist für kurzfristige Stressreaktionen notwendig. Ein langfristig erhöhter Cortisolspiegel kann jedoch die Produktion und Aktivität bestimmter Immunzellen reduzieren.
Das bedeutet, dass viele Menschen im Herbst gleichzeitig stärker Viren ausgesetzt und weniger gut darauf vorbereitet sind, diese abzuwehren.
6. Veränderungen der Raum- und Schlafumgebung
Über diesen Faktor wird nur selten gesprochen, obwohl er einen direkten Einfluss haben kann.
Mit Beginn der Heizperiode wird die Luft in Wohnungen, Schulen und Büros trockener. Die relative Luftfeuchtigkeit kann auf etwa 20 bis 30 Prozent sinken, obwohl ein Bereich von ungefähr 40 bis 60 Prozent als angenehmer gilt.
Trockene Luft trocknet die Schleimhäute in Nase und Rachen aus. Sie bilden eine der ersten Schutzbarrieren des Körpers gegen Viren. Trocknen die Schleimhäute aus, kann ihre Schutzfunktion beeinträchtigt werden. Außerdem können virenhaltige Aerosole unter bestimmten Bedingungen länger in trockener Luft schweben.
Kann man vorbeugen? Was die Wissenschaft empfiehlt
Es gibt keine einzelne Lösung. Mehrere Maßnahmen können jedoch das Infektionsrisiko senken und den Körper im Herbst unterstützen.
Vitamin D
Im Herbst kann es sinnvoll sein, den eigenen Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Für Erwachsene wird häufig eine Tagesdosis von 1.000 bis 2.000 internationalen Einheiten genannt. Die genaue Dosierung sollte jedoch individuell mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachkraft abgestimmt werden.
Schlafqualität
Guter Schlaf ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Immunsystems. Während des Schlafs laufen verschiedene Prozesse ab, die den Körper bei der Regeneration und der Bekämpfung von Infektionen unterstützen.
Eine geeignete Temperatur, Dunkelheit und passende Bettwäsche können die Schlafqualität unmittelbar beeinflussen. Atmungsaktive Bettwäsche aus natürlichen Materialien von SAVAS Home hilft dabei, während der Nacht eine angenehme Körpertemperatur zu erhalten und bessere Bedingungen für einen tiefen, ungestörten Schlaf zu schaffen.
Luftbefeuchter
Ein Luftbefeuchter kann sich bereits während der ersten Heizperiode als sinnvolle Investition erweisen. Wird im Schlafzimmer eine Luftfeuchtigkeit von etwa 45 bis 55 Prozent eingehalten, können die Schleimhäute ihre natürliche Feuchtigkeit und Schutzfunktion besser bewahren.
Körperliche Aktivität
Regelmäßige Bewegung mit moderater Intensität unterstützt die allgemeine Widerstandskraft des Körpers. Zu intensives Training ohne ausreichende Erholung kann dagegen den gegenteiligen Effekt haben. Entscheidend ist daher ein ausgewogenes Verhältnis.
Handhygiene
Es klingt selbstverständlich, doch regelmäßiges Händewaschen gehört weiterhin zu den effektivsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen. Besonders wichtig ist es nach der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit erkrankten Personen.
Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Viele Erkrankungen im Herbst werden durch Viren verursacht und klingen innerhalb von sieben bis zehn Tagen von selbst ab. Ärztlicher Rat sollte jedoch eingeholt werden, wenn:
- die Körpertemperatur über 39 °C steigt und länger als zwei Tage nicht sinkt;
- die Symptome länger als zwei Wochen anhalten;
- starke Halsschmerzen ohne Husten auftreten, da dies auf eine bakterielle Infektion hinweisen kann;
- Sie einer Risikogruppe angehören, beispielsweise älter sind, an einer chronischen Erkrankung leiden oder schwanger sind.
Zusammenfassung
Der Herbst selbst ist nicht die Ursache dafür, dass wir krank werden. Vielmehr treffen mehrere Umstände gleichzeitig zusammen, die die Abwehrkräfte schwächen und die Virenbelastung erhöhen.
Ein sinkender Vitamin-D-Spiegel, Veränderungen des Schlafs, Stress, trockene Raumluft und der häufigere Aufenthalt mit anderen Menschen in geschlossenen Räumen wirken gemeinsam.
Die gute Nachricht: Viele dieser Faktoren lassen sich beeinflussen. Eine bessere Schlafqualität, eine angemessene Luftfeuchtigkeit und ein ausgeglichener Vitamin-D-Spiegel können oft mehr bewirken als beworbene Produkte, die eine schnelle „Stärkung des Immunsystems“ versprechen.
